Blog

"No Poo": Kein Sch*** mehr für Deine Haare

Ja, auch ich habe mit "No Poo" angefangen. Ich kannte zwar einen Bericht darüber, aber eigentlich hat mich mein Sohn dazu inspiriert. Als er auf die Welt kam, hat mein Instinkt mich sehr viel hinterfragen lassen: Ernährung, Kleidung, "Pflege"-Produkte. Er hat in knapp 10 Jahren noch nie ein Shampoo benutzt und dabei das tollste Haar. Da dachte ich mir: Das will ich jetzt endlich auch!

(Gerade mein Sohn hat mir seit seiner Geburt gezeigt, wie ein Mensch "unverfälscht" funktioniert. Ihn beusst zu beobachten, ist eine der spannendsten Dinge in meinem Leben gewesen: Kein Kindergarten, keine Schule, keine Sonnencreme, kein Shampoo, keine Cremes, kein Fluorit, keinerlei Pharma-Verkaufsschlager - danke für diese lebensverändernde Erfahrung!)

Was ist eigentlich „No Poo“?

Wörtlich übersetzt heißt es „Keine Scheiße“ (sorry, aber ist so!) und ist eine Ableitung von „No ShamPOO“ – ich finde das ziemlich witzig, obwohl ich den Zusammenhang lange nicht kapiert habe.

Jedenfalls geht es darum die Haare ohne Shampoo und bestenfalls nur mit Wasser zu waschen. Soviel ich weiß inkludiert dieser Weg, komplett auf chemische Mittel, also auch auf Haarkuren oder Conditioner zu verzichten. "No Poo" eben.

***Als Tipp: Fabian Kowallik hat auf Youtube ein informatives Video über Shampoo und die Auswirkung auf Kopfhaut und Haare veröffentlicht. Ich bin noch nicht ganz sicher, ob man ihm als Menschen trauen kann, aber was er über dieses Thema sagt, klingt einleuchtend und ist gut erklärt. Also falls Du erst einmal wissen möchtest, wieso Shampoo nicht gesund für Dich und Deine Haare ist, such gerne das Video oder recherchiere selbst.***

Ist "No Poo" nicht total ekelig?

Erst einmal fragt man sich natürlich: Stinken meine Haare, wenn ich sie nicht mehr täglich fein mit meinem Apfelshampoo einseife, um sie anschließend mit dem Lavendel-Conditioner weichzuspülen? Ist ja irgendwie ekelig, oder? Die Antwort ist: NÖ!

Hier ein allgemeiner Tipp: Hab weniger Angst vor Deinem eigenen Körper. Der ist nämlich überhaupt nicht ekelig und muss nicht ständig mit irgendetwas geschrubbt, eingecremt oder beduftet werden. Alles, was der Körper abgibt, richtet sich stark nach der Art der Ernährung und anderen Dingen, die wir dem Körper antun (Rauchen etc.). Also beobachte einmal bewusst, wie Dein Körper reagiert. Wenn mein Haar beispielsweise schnell fettet, dann merke ich, mein Körper entgiftet gerade. Auch beim Thema Körpergerüche gäbe es viel zu sagen. Ich gebe Dir den Tipp, höre weniger auf die Werbung – die möchte natürlich gerne verkaufen – und betrachte einmal bewusst Deinen Körper mit allem, was dazu gehört. Aber ohne das anerzogene „Igitt-Gefühl“. Neutral. Was brauchst Du wirklich von dem, was Dir die Industrie einredet?

Also summa summarum habe ich meine Haare nie als stinkig oder schmutzig empfunden. Im Gegenteil. Was ich für meine Haare und mein Haar-Wohlfühl-Gefühl im Detail tue, liest Du dann weiter unten.

"No Poo" und ich

Ich selbst verzichte nun seit gut einem Jahr auf Shampoo. Allerdings habe ich zuvor meine Haare auch nur mehr alle 5 Tage mit einer Naturkosmetik-Haarseife, die ja bereits auf vieles verzichtet oder es zumindest reduziert (Silikone, schäumende Tenside), gewaschen und ansonsten nichts mehr in meine Haare gegeben. Dadurch mussten meine Haare vermutlich nicht so stark „entgiften“. Dennoch war mein Haargefühl die ersten Wochen nicht so toll, aber da muss man einfach durch und seinen eigenen Rhythmus und neue Routinen finden.

Ein paar Details

Wasserqualität

Gefühlt spielt die Wasserqualität eine große Rolle beim Unterfangen "No Poo" und da ich extrem kalkhaltiges Wasser zuhause habe (ich entkalke meinen Wasserkocher täglich), hat es bei mir mit dem Komplettverzicht auf „Zusätze“ nicht geklappt. Der Kalk setzt sich in den Haaren ab und sie bleiben dann trotzdem fettig.

Was ich zum Waschen verwende

Zunächst habe ich das Waschen mit Heilerde versucht. Die hat mich aber gar nicht überzeugt, klappt bei vielen aber gut.  Auch Lavaerde soll funktionieren, habe ich aber bisher nicht getestet. Da ich allerdings seit meinem Glutenverzicht noch einige Kilo Bio-Roggenmehl im Keller herumstehen hatte, habe ich damit meine Haare eingekleistert und bin dabeigeblieben. Es ist simpel und effektiv: Meine Haare reichen bis zur Brust und ich habe etwa vier Esslöffel Roggenmehl mit Wasser zu einem Brei verrührt, 5 Minuten stehen gelassen, auf die Kopfhaut aufgetragen, wieder etwa 5 Minuten gewartet und gründlich ausgespült (Ohren gut waschen, sonst hat man den ganzen Tag Mehlreste darin haften). Durch den hohen Kalkanteil in meinem Wasser verwende ich immer eine saure Rinse hinterher. Das bedeutet etwa 1 EL Apfelessig mit 1 Liter warmem Wasser mischen und über die Haare gießen. Man kann es in den Haaren lassen oder ausspülen. Die Haare stauben ein paar Stunden noch etwas von dem Mehl, sind dann aber super kräftig und werden mit der Zeit immer schöner. Mittlerweile wasche ich die Haare alle 6-7 Tage mit Roggenmehl oder neuerdings mit einer Mischung aus Amla, Ritha, Shikakai (ayurvedisches Pulver). Mein Haar wird damit sehr weich, es gefällt mir insgesamt aber sehr gut. Ob die Haare dadurch besser wachsen etc., kann ich noch nicht sagen.

Wie ich meine Haare sonst noch pflege

Ich Bürste sie mit einer guten Bürste, wodurch Staub und Schmutz entfernt werden. Die Bürste selbst muss ich alle paar Tage reinigen. Da ich sehr viele Haare habe, habe ich nach einer Bürste mit langen Borsten gesucht (mein Sohn z.B. verwendet eine mit kürzeren Borsten, bei ihm klappt das gut). Der Anschaffungspreis war mit rund 100€ schon ein Knaller, aber die richtige Bürste ist unverzichtbar. Wenn ich einmal einen Duft für meine Haare möchte, dann greife ich gerne zu Hydrolaten wie Rosen- oder Rosmarinwasser. Neroliwasser duftet wirklich unglaublich. Zur Pflege der Spitzen reibe ich hin und wieder einen Tropfen Rizinusöl (auch perfekt für das Wachstum von Augenbrauen und Wimpern!) ins feuchte Haar. All diese Dinge nehme ich übrigens auch für meine Haut.

Mein Fazit: NIE WIEDER HAARE WASCHEN

Ja, ich würde wirklich nie wieder Shampoo verwenden. Ich bin richtig glücklich, diesen Schritt gegangen zu sein und das Durchhalten zu beginn hat sich einfach gelohnt. Es ist günstiger, mein Haar ist viel voller und kräftiger und ich habe mich noch nie so wohl mit meinen Haaren gefühlt. Früher war mein Haar eher platt und ich musste viel machen, damit es Volumen bekommt oder etwas „interessanter“ aussieht. Das brauche ich nun nicht mehr.

Also ab morgen glutenfrei ernähren – auch das lohnt sich – und mit Roggenmehl lieber die Haare waschen.

****Alle Inhalte meiner Blogs beruhen ausschließlich auf meiner persönlichen Erfahrung und Recherche. Ich teile diese als Inspiration, als Denkanstoß und als Anregung zur Eigenrecherche. Ich veröffentliche dies mit bestem Wissen und Gewissen - wendest Du etwas an, dann tust Du dies aber in 100%iger Selbstverantwortung. Gerne können wir uns aber über jedes Thema austauschen und darüber diskutieren.****

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Bei der Übermittlung Ihrer Nachricht ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Sicherheitsüberprüfung

Ungültiger Captcha-Code. Versuchen Sie es erneut.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.